Gedanken zur Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!
2. Korinther 12,9

Liebe Gemeindeglieder,

die Frage, was die Zukunft wohl bringen wird, bewegt uns immer wieder – nicht nur am Beginn eines neues Jahres. Meist ist sie verbunden mit der leisen Sorge, ob wir dem auch gewachsen sein werden? Das Leben, da machen wir uns nichts vor, ist immer auch Kampf. Ständig begegnen wir neuen Herausforderungen, die es zu bestehen gilt: Ob im Beruf oder im Privatleben, ob im Blick auf unsere Gesundheit oder auch auf unsere Familie. Vieles bedrängt uns und fordert Antworten.

Eine tröstliche und hoffnungsvolle gibt uns die diesjährige Jahreslosung, ja fast scheint es, als würden all unsere Ängste und Sorgen von diesem Wort Jesu gleichsam “aufgesogen” und wir hingezogen zu einer kraftspendenden Quelle, ja zu Christus selbst.

Ursprünglich galt sein Wort dem Apostel Paulus, jenem Paulus, der die ganze Skala von menschlichen Gefühlen aus eigener Erfahrung kennt, der immer wieder in seinem Leben hin- und hergerissen war zwischen dem “himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt”; ja, der dauerhaft gezeichnet war von einer schweren Krankheit, die wir heute vermutlich als Epilepsie bezeichnen würden.

Diesem Paulus richtet Jesus aus: “Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!” Und was für Paulus gelten soll, gilt auch für uns: Keine unserer Lebenslagen wird so außerordentlich sein, dass nicht dieses Wort Jesu tröstlich in sie hineinsprechen könnte!

Sicher – jeder und jede von uns wird auch in diesem Jahr wieder sein ganz persönliches Päckchen, sein Kreuz zu tragen haben. Wir sind eben nicht nur Menschen in ihrer Freiheit, sondern auch in ihrer Gebundenheit: Unseren Aufgaben und Pflichten, unseren persönlichen Lasten und gewachsenen Verbindungen können wir nicht entrinnen. Der tägliche Kampf um Anerkennung ist unsere Realität, aber das große “JA!”, das Jesus Christus uns in diesen Worten hören lässt, kann uns mit der Zeit unäbhängiger machen von der Zustimmung oder Anlehnung anderer; ja selbst im Gefühl der Ohnmacht können wir seine Macht erfahren, in seiner Zusage Halt und Gelassenheit finden und so auch “Durststrecken” und “Wüstentage” unseres Lebens bestehen.

So wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Ihnen die Jahreslosung 2012 hilft, sich immer wieder an die lebendige Kraftquelle Jesus Christus anzuschließen und stets auf´s neue die Erfahrung zu machen: Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig!

Herzlich grüßt Sie
Ihr
Pfarrer Manfred Hohnhaus